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Heimat- und Museumsverein Fügen

Monatsobjekt - Mai

Das Hochrad

Jetzt werden wieder die Fahrräder hervorgeholt, einer Frühjahrswartung unterzogen und die ersten Radtouren gemacht. Dass sich die heutigen Fahrräder von denen der Vergangenheit enorm unterscheiden, liegt auf der Hand. Das Grundprinzip ist allerdings großteils dasselbe geblieben: zwei Räder und der Antrieb durch Muskelkraft.

Die gewaltige äußere Veränderung des Zweirads wird aber deutlich ersichtlich, wenn man das Hochrad aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Heimatmuseum in der Widumspfiste in Fügen betrachtet. Nur wenige würden heute wohl mit so einem Gerät fahren können, und das, obwohl sich die Straßenverhältnisse natürlich vorteilhaft verbessert haben.

Bereits 1817 stellte der Forstbeamte Karl Drais seine einspurige, sogenannte Laufmaschine, die als ältestes lenkbares Fahrrad gilt, als Alternative zum Reitpferd vor. Diese Reitmaschine aus Holz mit einem Sattel wurde mittels Schrittbewegungen fortbewegt. Heue sind derartige Laufräder in moderner Form wieder für Kleinkinder in Gebrauch.

Das Zweirad mit Tretkurbel wurde 1862 in Frankreich erfunden. Der Holzrahmen wurde durch Gusseisen und später durch Schmiedeeisen ersetzt. Die Bereifung war aus Vollgummi. Pierre Lallement ließ sich in den Vereinigten Staaten 1866 ein Fahrrad mit Tretkurbelantrieb des Vorderrades patentieren. Das Vorderrad mit Tretkubel wurde immer höher. Es konnten damit größere Geschwindigkeiten erzielt werden. Allerdings wurde auch das Balancieren und vor allem das Auf- und Absteigen immer schwieriger. Diese Tatsache und die hohen Kosten der Anschaffung machten das Hochrad nicht gerade zu einem Massenverkehrsmittel. Stürze durch Bremsen oder kleine Bodenhindernisse waren häufig und führten zu relativ schweren Verletzungen, unter anderem des Kopfes. Erst der Kettenantrieb auf das Hinterrad brachte den Durchbruch des Fahrrades als Fortbewegungsmittel für die Allgemeinheit.
Das im Heimatmuseum ausgestellte Hochrad wird wohl eines der wenigen Hochräder im Zillertal gewesen sein.

 

 
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